(Nicht ganz so kurze) Kurzfassung: 

Jetzt war es endlich soweit und 23 Möwen haben sich auf unterschiedliche Art und Weise auf den Weg nach Nottingham zur WMUCC gemacht. Insgesamt standen 6 Tage Frisbee mit insgesamt 9 Spielen auf dem Plan. Los ging es mit der Gruppenphase, in der wir uns direkt zwei Teams aus den USA und einem aus Kanada stellen mussten, die deutlich stärker waren als wir (3:15, 4:15, 3:15). Am Dienstag spielten wir im unteren Pool dann gegen Sour, wieder aus Kanada. Mit 6:15 haben wir bis dahin unsere meisten Punkte erzielen können - auch ein kleiner Erfolg.

Bei dem zweiten Spiel des Tages spielten wir das erste Mal nicht gegen USA oder Kanada, sondern gegen Spielerinnen aus Singapur. In einem schönen Spiel konnten wir uns mit 15:7 einen deutlichen Sieg holen und haben den Abend bei schöner Stimmung ausklingen lassen. Am Mittwoch hatten wir nur ein einziges Spiel am späten Nachmittag, sodass Zeit war für einen entspannten Vormittag oder ein bisschen Sightseeing. Das erste Spiel der playoffs war quasi ein Crossover Spiel gegen ein Team aus einem der höheren Pools - natürlich wieder aus Kanada und (daher) leider auch wieder recht deutlich verloren (4:15).

Donnerstag war Sturm vorhergesagt und auch aus den Orga Reihen gab es Warnungen vor herumfliegenden Gegenständen. Auf dem ohnehin schon windigeren Riverside Gelände angekommen, bewahrheitete sich diese Aussage und unsere Scheiben waren nicht die einzigen, die manchmal ein bisschen wild durch die Gegend gesegelt sind, oder einfach sehr viel weiter rollten, als erwartet. Trotz alledem hatten wir ein sehr heißes Match gegen LMU (juhu, aus Großbritannien), bei dem wir eine super starke Defence spielen konnten. Am Ende sind aber doch mehr Scheiben von den Gegnerinnen bei ihren Zielen angekommen als bei uns (6:15).

Bei immer noch starkem Wind, spielten wir als nächstes gegen das einzige Team aus Belgien. Wir konnten eigentlich ganz gut mitspielen und haben uns auch nach der Halbzeit nochmal ein wenig ran gekämpft. Am Ende reichte es für uns leider nur zu einem 10:15. Damit war auch klar, dass wir im letzten Spiel des Turniers nochmal gegen Samsui aus Singapur spielen. Mit dem Sieg aus dem ersten Spiel im Gepäck, waren wir zuversichtlich. Bis zum 10:10 war es ein sehr knappes Spiel, was wir dann in einem Endspurt doch noch für uns entscheiden konnten (15:11). Damit haben wir mit einem Sieg und Platz 15 das Turnier beendet. 

Nach unseren Spielen ging das Rechnen los. Wir waren im Spirit Ranking ganz oben zu finden, aber es waren auch noch nicht alle Spiele gespielt bzw. eingetragen, daher blieb die Freude noch ein wenig verhalten. Freitagabend schlich sich aber immer mehr der Gedanke ein, dass wir vielleicht im Spirit gewonnen haben könnten. Samstag wurde das schließlich mit der offiziellen Benachrichtigung, dass sich die Seagulls zur Siegerehrung einfinden sollen, bestätigt. 

Wie schön ist das denn - wir kommen mit einer Medaille von der Weltmeisterschaft nach Hause: Spirit World Champions 2026!

 

 

(wirklich lange) Langfassung

Anreise, was erstmal so simpel klingt, stellte sich doch für einige von uns ganz schön als Herausforderung dar. Team Zug hatte schon einige Tage vorher mit einer Fahrplanänderung zu kämpfen, was dann die sowieso schon frühe Abfahrt um 4:21 aus Hamburg auf den Freitag vorverlegt hat, sodass noch Hostelnacht in der Kölner Hitze dazu kam. Team Abflug aus Berlin hatte auch mit der Bahn zu kämpfen, ob es jetzt an der “überraschenden” Hitze, einer kaputten Weiche oder was auch immer lag, wird wohl keiner so genau wissen. Einzig Team Flug aus Hamburg schien ganz gut durchgekommen zu sein und hat neben einigen Hardfischen auch noch Luis im Flieger getroffen, der uns die gesamte Woche über noch einigen Spaß bereiten sollte. Individuelle Problemchen, wie Reisepass vergessen oder nicht angekommener Koffer, gab es dann auch noch. Aber irgendwie haben wir es dann doch alle geschafft. Und so begann das Abenteuer WMUCC dann mit dem ersten Essen in unserer Uni-Unterkunft. Dort hatten wir zusammen mit den Hardfischen alle Flure auf dem zweiten Stock belegt und es fühlte sich ein wenig nach Klassenfahrt an. Und nicht zu vergessen, unser Maskottchen Brigitte wurde vom Team Zug bis zur Einfahrt London fertig gebastelt, sodass auch sie voll bereit war für eine Woche Abenteuer. 

Dadurch, dass unser erstes Spiel am Sonntag erst um 14 Uhr losging, hatten wir einen recht entspannten Start in den Tag. Das Spiel fand auch auf dem näher gelegenen Geländer “Highfields” statt, sodass wir nach einem kurzen Spaziergang durch das beeindruckend große und wirklich schöne Uni-Gelände an den Sportplätzen ankamen. Das Merch-Zelt mit vielen tollen (und teuren) Sachen war irgendwie magnetisch anziehend und einige von uns landeten dort immer mal wieder. Am ersten Tag hieß es dafür noch laaaange in der Schlange stehen, die wurde im Laufe der Woche allerdings immer kürzer - die Auswahl jedoch auch kleiner. Am Ende hatte jede von uns wohl etwas gefunden und es gab auch das ein oder andere Fotoshooting zum Präsentieren. Zurück zum Sportlichen: Das Spiel gegen Vintage. Inga auf Mara bescherte uns den ersten Punkt des Turniers und das 1:1 in diesem Spiel. Danach zog das Team aus Kanada uns leider davon und wir mussten uns mit 3:15 deutlich geschlagen geben. Ganz so deutlich wie das Endergebnis sich anhört, fühlte sich das Spiel aber eigentlich nicht an, und der ein oder andere Punkt mehr wäre sicher drin gewesen. Am Abend stand unser erstes Teammeeting an und wie die meisten noch kommenden, haben wir uns in einer netten Runde draußen auf dem Rasen eingefunden und über den Tag, unsere Gefühle und Erfahrungen gesprochen und uns auf den nächsten Tag eingestimmt. 

Der begann deutlich früher. Erstes Spiel um 11 Uhr und das auf dem “Riverside” Gelände, wo wir erstmal mit dem Turnier-Shuttle-Doppeldeckerbus noch hinfahren mussten. Während Highfields ein großes, aber noch recht typisches Sportgelände war, war Riverside einfach eine riesengroße Wiese. Es gab dort insgesamt 26 Frisbeefelder und leider sehr harten Boden mit an manchen Stellen eher Stroh als Gras. Denn auch in England hatte die Hitzewelle der Woche zuvor ihre Spuren hinterlassen. Gegen Big Tendinitis, hieß es am Ende 4:15 - immerhin einen Punkt mehr als im Spiel davor und wir optimistisch, dass wir diesen Trend einfach im nächsten Spiel fortsetzen können. Das sah dann aber lange nicht so aus, denn in dem zweiten Spiel des Tages gegen Ripe (die mit den coolen Avocados auf den Trikots und spätere Silbermedaillengewinnerinnen), haben wir es in der gesamten ersten Halbzeit leider nicht geschafft, die Scheibe in unserer Endzone zu fangen. Kwi erlöste uns dann kurz nach der Halbzeitpause mit dem ersten Punkt. Wir haben trotz des hohen Rückstandes mit vollem Einsatz gespielt, was sich besonders in Sophies krassem Layout-Catch in der Endzone gezeigt hat (von dem es vielleicht sogar Fotobeweise gibt). Mit 3:15 konnten wir unseren Trend mit einem Punkt mehr leider nicht aufrechterhalten, aber gekämpft wurde über das ganze Spiel. Da wir schon recht früh fertig waren mit unseren Spielen, ging es für die meisten zum Anfeuern zum Hardfisch Spiel. Und wir sind überzeugt, unsere Sideline hatte auf jeden Fall einen gewissen Anteil an dem spannenden Spiel und dem Sieg für Hamburg. 

In den neuen Powerpools ging es als erstes wieder gegen ein kanadisches Team, Sour. Ein sehr schönes Spiel, bei dem wir vor allem bei unseren Gegnerinnen einen sehr netten Eindruck hinterlassen haben, denn wir waren das Team, mit dem sie am liebsten ein Bier trinken gehen wollen - und mit dem sie schon ganz früh Trikot-Trading-Optionen ausgehandelt haben, sodass wir jetzt bestimmt die Sour Trikots auch noch häufiger im Training sehen werden, oder die Hosen, Socken und Caps. Spieltechnisch haben wir unseren Trend wieder aufgenommen und konnten diesmal sogar 6 Punkte erzielen. Zweites Spiel am dritten Tag, das erste Mal gegen ein Team nicht aus Kanada oder den USA, sondern aus Singapur. Eva on fire, mit insgesamt 7 Punkten hat sie alleine schon mehr gefangen als wir in den Spielen zuvor zusammen. Und so konnten wir das Spiel mit 15:7 für uns entscheiden. Nach diesem ersten Sieg war die Stimmung im Bus zurück sehr positiv und es wurden fleißig die neuen Seagulls Lieder und der angepasste Cheer der Hardfische geübt. 

Mit nur einem Spiel am Mittwoch und das erst um 17 Uhr, blieb ein bisschen Zeit für Entspannung, Sightseeing in Nottingham oder Anfeuern der Hardfische. Das Spiel gegen StellO, die später Dritte geworden sind, war ähnlich der Erfahrung, die wir bisher mit Teams aus Kanada gemacht hatten. Aber immerhin holten wir 2 Breakpunkte, die Gegnerinnen leider deutlich mehr, weshalb am Ende ein 4:15 auf dem Scoreboard stand. Damit war dann auch dieser Tag beendet und wir guckten ein bisschen sorgen-erwartungsvoll auf den nächsten Tag, denn unser Wetterfrosch Anne hatte eine Sturmwarnung rausgegeben. Und auch die offizielle Orgaseite warnte am Morgen vor dem Sturm und eventuell herumfliegenden Gegenständen. Frisbees waren den Tag auf jeden Fall auch häufig unkontrolliert herumfliegende oder rollende Gegenstände. Unsere beiden Spiele fanden wieder auf den Riverside Plätzen statt, wo es sowieso schon immer ein wenig windiger war. Aber so konnten die neu gekauften Windbreaker wenigstens richtig getestet und eingeweiht werden. Zuerst ging es gegen LMU und es war das erste Spiel, bei dem wir die gesamte Spielzeit aufgebraucht haben. Huck-and-D war auf beiden Seiten immer wieder eine gern gespielte Strategie und so dauerten bei guter Defence die Punkte auch häufig lange. Am Ende stand es 6:15, wir hatten aber ein gutes Gefühl durch den starken fight den wir geleistet haben. Durch das Aufbrauchen der Spielzeit war die Pause bis zum nächsten Spiel überraschend kurz und so ging es gefühlt direkt weiter gegen die Spielerinnen aus Gent. Auch hier wehte der Wind noch ordentlich und wir konnten die schönen insides der Gegnerinnen leider nicht genug stoppen, sodass wir das Spiel leider 10:15 verloren haben. Die Enttäuschung und allmählich einsetzende Erschöpfung spiegelten sich auch ein wenig in unserem abendlichen Teammeeting wieder. Aber auch hier zeigte sich einmal mehr, was ein tolles Team wir sind, weil Gefühle zeigen erlaubt und Unterstützung garantiert war. Da es dann doch schon später war als gedacht, wurde sich kurzerhand gegen das offizielle Pubquiz und für ein Seagulls-Hardfisch-Pubquiz entschieden, was zu einem sehr schönen und lustigen Abend im Casino Spielzimmer führte.

Am letzten Tag ging es früh morgens (9:30 Uhr) nochmal gegen Samsui aus Singapur, gegen die wir ja bereits einmal gewonnen hatten. Das Spiel war bis zur Halbzeit sehr ausgeglichen. Zuerst holte sich Samsui einen break zum 5:6, den wir uns aber gleich wieder zurückholten und es so bis zum 10:10 wirklich sehr spannend war. Mit dem ersten Punkt für Lindi startete dann auch unser Endspurt und wir konnten uns ein wenig absetzen und das Spiel mit einem break zum 15:11 gewinnen. Damit war dann auch die WMUCC spielerisch schon für uns beendet und wir fahren mit einem 15. Platz nach Hause. Direkt nach dem Spiel ging das Traden los und wir können jetzt ohne Probleme eine Samsui-Line stellen. Und wahrscheinlich auch eine mit Sour-Trikots. Da der Tag aber noch jung war, stand für die meisten von uns noch entspanntes Frisbee gucken an. Unter anderem auch das Spiel um Platz drei unserer Division: StellO vs. N!KE. Das Spiel war knapp bis zum Ende und endete in einen 20 Minuten langen Universe Point, den schließlich StellO für sich entscheiden konnte. Nachdem auch klar war, dass es in diesem Spiel wohl keinen 15er (oder noch höheren) Spirit geben würde, schlich sich so langsam der Gedanke ein, dass das mit dem Spiritsieg vielleicht wirklich etwas werden könnte – offiziell war aber natürlich noch nichts. Die parallelen letzten Teammeetings der beiden Hamburger Teams endeten in einem schönen gemeinsamen Kreis, der sich schon zu einer kleinen pre-Party entwickelte. Gemeinsam ging es dann ein wenig später zur Turnierparty nochmal zurück zur Riverside. 

Am Freitagmorgen war klar, obwohl das Finale noch nicht gespielt war, dass unser Spiritvorsprung nicht mehr eingeholt werden konnte. Und so ging, nachdem vorher ausgiebig mit anderen Teams Trikots getradet wurde, nun das teaminterne traden los, damit wir alle die richtigen Hosen und ein dunkles Trikot parat hatten. Denn das nächste Treffen war direkt nach den Finals am ovalen Haus zur Medal Ceremony! Zusammen mit Old News (Gold), Ripe (Silber) und StellO (Bronze) warteten wir in dem mit bunten Flaggen abgesteckten Bereich, bis wir als Spirit World Champions auf die Bühne gerufen wurden. Jede (inklusive Brigitte) bekam eine Medaille und eine pokal-ähnliche Scheibe gab es auch noch. Beflügelt und gut gelaunt haben wir noch den restlichen Tag mit Frisbee und nettem Zusammensein ausklingen lassen. Sonntagmorgen gab es für die meisten, die noch da waren noch ein gemeinsames Frühstück, bevor sich die Möwen in verschiedenste Richtungen aufmachten, nach Hause oder in den Urlaub. 

Zum Schluss bleibt nur zu sagen: was für eine tolle Erfahrung mit schönen Spielen, vielen Gefühlen und einem ganz, ganz tollem Team!

Spiele Überblick: 

Spieltag Gegner Ergebnis Spirit
Sonntag Vintage (Can) 3 - 15 10
Montag Big Tendinitis (USA) 4 - 15 13
  Ripe (USA) 3 - 15 12
Dienstag Sour (Can) 6 - 16 12
  Samsui (SGP) 15 - 7 10
Mittwoch StellO (Can) 4 - 15 12
Donnerstag LMU (GBR) 6 - 15 11
  Luv Me Gently (BEL) 10 - 15 11
Freitag Samsui (SGP) 15 - 11 11

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